Themen: Vereinsleben

Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel

Hitlerjugend

Die Hitlerjugend (HJ) war eine nationalsozialistische Jugendorganisation, die bereits 1926 gegründet wurde, aber bis zur Machtübernahme Hitlers weitgehend unbedeutend blieb. Einige Formationen der Hitlerjugend waren der Bund Deutscher Mädel (BDM), das deutsche Jungvolk (Pimpfe), der Jungmädelbund und das BDM-Werk Glaube und Schönheit. Die Hauptaufgabe der Organisation bestand darin Kinder und Jugendliche im nationalsozialistischen Sinne zu erziehen. Vorsitzender war Reichsjugendführer Baldur von Schirach.

Die eigentliche Hitlerjugend bestand aus Jungen im Alter zwischen 14 und 18. Unter den deutschen Jugendlichen war es ein Muss dort einzutreten. Wer nicht eintrat, galt als Außenseiter. Die Jugend wurde mit Zeltlagern, Fahrten ins Grüne und Theaterbesuchen angeworben. Zunächst war der Beitritt noch freiwillig. Lediglich Beamte wurden dazu verpflichtet ihre Kinder in eine Organisation der Hitlerjugend zu schicken. Doch schon bald erließ Hitler Gesetze, die die Eltern dazu zwangen ihre Kinder in die Hitlerjugend zu schicken. Andere Jugendverbände wurden systematisch ausgeschaltet oder ihr aktives Leben, wie beispielsweise bei der Katholischen Jugend, ständig beobachtet und gestört. Ende 1934 hatte die Hitlerjugend mehr als dreieinhalb Millionen Mitglieder. Nichtmitglieder wurden häufig verfolgt, bespitzelt, bedroht und ermordet, außerdem gab es ein sogenanntes „Jugendschutzlager“. Das Ziel der NS-Führer war es, vor allem die Jungen für den Kriegsdienst auszubilden. Körperliche Ertüchtigung und Schießlehre waren an der Tagesordnung.

In Karlsruhe wurde die Hitlerjugend 1929 gegründet. Nach der Machtübernahme fanden am 6. und 7. Mai 1933 im Hochschulstadion Treffen der Hitlerjugend mit etwa 30.000 Teilnehmern statt. Es folgten weitere Massenveranstaltungen, wie auch die Bücherverbrennung im Juni 1933 und eine Großveranstaltung 1934 mit Ansprachen von Hitler und Göring. Im Oktober 1934 wurde das „Bannheim“ der HJ in der Kaiserstr. 57 eröffnet.

Bund Deutscher Mädel

Der BDM wurde 1930 gegründet und 1931 in die Hitlerjugend eingegliedert. Die Hauptaufgabe war auch hier die körperliche Ertüchtigung und Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung. Die Mädchen sollten zu gehorsamen und kritiklosen Menschen herangezogen werden. Die Mitglieder fuhren regelmäßig in Lager, wo Sport getrieben, das Marschieren geübt und politisch geschult wurde. Außerdem gab es zusätzlich noch Heimabende, wo Lieder gesungen, Nadelarbeit verrichtet und Rassenkunde gelehrt wurde. Es gab innerhalb des BDMs verschiedene Rangstufen, in denen man durch Prüfungen und besondere Leistungen aufsteigen konnte. Die Mädchen durften jedoch keine „Schießlehre“ machen, da Mädchen an der Waffe nicht erlaubt waren.

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Quellen

  1. Bräunche, Ernst Otto; Asche, Susanne: Karlsruhe – die Stadtgeschichte. Karlsruhe 1998