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	<title>Stadtrundgang &#8211; ns in ka</title>
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	<description>Dieses aktualisierte Projekt „Nie wieder – Stadtrundgang auf den Spuren des Dritten Reiches in Karlsruhe“ soll die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und an seine zahlreichen Opfer wachhalten.</description>
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	<title>Stadtrundgang &#8211; ns in ka</title>
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		<title>„Billet Affäre“, Platz vor der kleinen Kirche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heidi Wibel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jun 2017 10:59:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Mai 1931 kam es in Karlsruhe zu Auseinandersetzungen am Rande einer NSDAP Kundgebung. Diese führten zum Tod des SA Mannes Paul Billet unter nicht gänzlich geklärten Umständen. In der sogenannten „Billet-Affäre“ wurden Karlsruher Kommunisten, unter anderem Friedrich Dietz, verdächtigt den 26-jährigen Paul Billet, Teil der SA Motorstaffel, während des NSDAP Umzuges in Karlsruhe erschlagen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="figurewrapper wp-caption aligncenter">                    
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                                    Das Paul-Billet-Denkmal bei einer Veranstaltung am Abend der Reichspogromnacht am 9. November 1938
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                                            Stadtarchiv Karlsruhe                                        </div>
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<p>Im Mai 1931 kam es in Karlsruhe zu Auseinandersetzungen am Rande einer NSDAP Kundgebung. Diese führten zum Tod des SA Mannes Paul Billet unter nicht gänzlich geklärten Umständen. In der sogenannten „Billet-Affäre“ wurden <a href="https://ns-in-ka.de/#!/orte/kpd-wohnhaus-friedrich-k-dietz-kriemhildenstrasse-6/">Karlsruher Kommunisten</a>, unter anderem <a href="https://ns-in-ka.de/personen/dietz-friedrich-karl-hans/">Friedrich Dietz</a>, verdächtigt den 26-jährigen Paul Billet, Teil der SA Motorstaffel, während des NSDAP Umzuges in Karlsruhe erschlagen zu haben. Dietz befand sich zwischen dem 27. Juli und 9. September 1931 aufgrund des Vorfalles in Untersuchungshaft in Karlsruhe. Da die Polizei nach Beendigung der Ermittlungen feststellte, dass er „bei dem Tumult selbst nicht gesehen wurde“, wurde Dietz aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Vier Mitangeklagte verurteilte das Gericht zu Zuchthaus bzw. Gefängnisstrafen von bis zu vier Jahren. Spätere Ermittlungen ergaben, dass eine Zuschauerin einen Knüppel zwischen die Reifen von Billets Motorrad gehalten hatte und so den Sturz samt tödlicher Verletzungen verursachte.</p>
<p>Der Tod Billets wurde durch die Nationalsozialisten zu Propagandazwecken genutzt und Billet zu einem nationalsozialistischen „Helden und Märtyrer“ in Baden stilisiert. Unter anderem wurden der Platz vor der Kleinen Kirche in der <span>Kaiserstraße 131 in Paul-Billet-Platz umbenannt und ein Denkmal errichtet.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Braunes Haus</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/braunes-haus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jakob Wolfrum]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2017 10:03:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hier befand sich während des Dritten Reiches die Zentrale der Karlsruher NSDAP, von der Bevölkerung das „braune Haus“ genannt. Außerdem war in diesem Gebäude eine Gestapo-Abteilung untergebracht, in der etliche Verhöre stattfanden. Häufig geschah es, dass diese Verhöre Verhaftungen nach sich zogen, die gleich an Ort und Stelle vorgenommen wurden. Die Gestapo-Leitstelle unterhielt in Ettlingen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hier befand sich während des Dritten Reiches die Zentrale der Karlsruher NSDAP, von der Bevölkerung das „braune Haus“ genannt. Außerdem war in diesem Gebäude eine Gestapo-Abteilung untergebracht, in der etliche Verhöre stattfanden.</p>
<p>Häufig geschah es, dass diese Verhöre Verhaftungen nach sich zogen, die gleich an Ort und Stelle vorgenommen wurden. Die Gestapo-Leitstelle unterhielt in Ettlingen im ehemaligen Amtsgefängnis ein eigenes Gefängnis, während in den Gebäuden im Stadtkreis nur Zellen für kurzzeitige Unterbringungen vorhanden waren.</p>
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            <figcaption>
                                    Die blaue Tafel in der Ritterstraße 30
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                                            Jakob Wolfrum                                        </div>
            </figcaption>
    </figure>
</div>
<p>Nach Aussagen von Zeitzeugen sollen im Gestapo-Gefängnis viele Karlsruher misshandelt worden sein. Nach Recherchen von Jürgen Schuhladen-Krämer starben z.B. drei Mitglieder der Widerstandsorganisation BSW  (Brüderliche Zusammenarbeit) durch Folter. Die BSW war eine Organisation sowjetischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter, die, überregional organisiert, eine bewaffnete Erhebung gemeinsam mit antifaschistischen Kräften anstrebte.</p>
<p>Noch am 5. Februar 1945 schickte die Gestapo von hier aus Vorladungen zum „Arbeitseinsatz“ an die noch verbliebenen etwa dreißig Juden und „Mischlinge“, die wegen Ehen mit „Ariern“ bisher verschont geblieben waren. Sie wurden für den 9. Februar 1945 in die Ritterstraße 28/30 vorgeladen. Dort wurde ihnen eröffnet, dass sie für den Arbeitseinsatz in Theresienstadt bestimmt seien und sich am 14. Februar 1945 am Hauptbahnhof einzufinden hätten. Einige konnten sich durch Flucht oder Krankheit dem Zugriff entziehen, andere begingen Suizid. Die restlichen siebzehn Personen wurden am 14. Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wohnhaus des Ehepaars Bratzel</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/wohnhaus-des-ehepaars-bratzel-waldhornstrasse-62/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 07:31:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Friedrich Bratzel wurde am 06.11.1909 in Daxlanden geboren, er gehörte der KPD an und war Funktionär der KVJD. Friedrich Bratzel und seine Mutter Karola Katharina Bratzel (geb. Speck) wurden wegen ihrer politischen Überzeugung im nationalsozialistischen Regime verfolgt. Laut seiner Ehefrau Johanna Bratzel sei Friedrich auf Grund seiner politischen Überzeugung bereits zu Beginn der Nationalsozialistischen Herrschaft [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Friedrich Bratzel wurde am 06.11.1909 in Daxlanden geboren, er gehörte der KPD an und war Funktionär der KVJD. Friedrich Bratzel und seine Mutter Karola Katharina Bratzel (geb. Speck) wurden wegen ihrer politischen Überzeugung im nationalsozialistischen Regime verfolgt. Laut seiner Ehefrau <a href="https://ns-in-ka.de/personen/bratzel-johanna/">Johanna Bratzel</a> sei Friedrich auf Grund seiner politischen Überzeugung bereits zu Beginn der Nationalsozialistischen Herrschaft über die Dauer eines Jahres in das Konzentrationslager Kislau deportiert worden. Nach erneuter aktiver politischer Betätigung sei Friedrich Bratzel 1938 ein zweites Mal nach Kislau gebracht worden, woraufhin sie nie wieder etwas von ihm gehört habe. Seine Todesursache sei ihrer Aussage nach ein Hirnschlag gewesen, worüber sie sich später äußerte: „Ich misstraute der Nachricht vom Gehirnschlag gründlich.“</p>
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            <figcaption>
                                    Wohnung des Ehepaars Bratzel in der Waldhornstraße 62.
                                </figcaption>
    </figure>
</div>
<p>Friedrich Bratzel und seine politisch ebenso aktive Mutter Karola Katharina Bratzel litten auf Grund der Verfolgung der Nationalsozialisten unter starken Nervenleiden. Nach einem Aufenthalt im Karlsruher Krankenhaus, während dem Friedrich Bratzel sich „gewalttätig“ verhalten habe, wurde er in das psychiatrische Landeskrankenhaus Wiesloch eingeliefert, wo man bei ihm Schizophrenie feststellte. Laut Krankenakte verstarb Bratzel allerdings, entgegen der Aussage seiner Frau Johanna, an einer chronischen Nierenentzündung.</p>
<p>Karola Katharina Bratzel und Friedrichs Sohn Rolf beantragten nach Kriegsende Wiedergutmachung, Rolf glaubte sogar Beweise dafür zu haben, dass sein Vater im Konzentrationslager Dachau ums Leben gekommen sei – Beide Anträge wurden abgelehnt. Johanna Bratzel erhielt im Januar 1948 eine Wiedergutmachungsentschädigung für ihren Mann.</p>
<p>Ob Friedrich Bratzel tatsächlich unter psychischen Problemen litt oder ob sein Nervenleiden eine Erfindung des nationalsozialistischen Regimes war, kann aus heutiger Sicht nicht eindeutig geklärt werden. Bratzels Nervenleiden wird lediglich durch seine Krankenakte bestätigt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Oberlandesgericht Karlsruhe</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/oberlandesgericht-karlsruhe-hoffstrasse-10/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 07:30:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachdem am 11. März 1933 Robert Wagner die Macht in Baden übernommen hatte, wurden etliche staatliche Stellen &#8211; auch in der Justiz &#8211; neu besetzt. Baden übernahm neben Bayern und Preußen eine Vorreiterrolle bei der Entlassung jüdischer Richter und Staatsanwälte im Deutschen Reichsgebiet. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme bekamen jüdische und „marxistische“ Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte schon [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem am 11. März 1933 <a href="https://ns-in-ka.de/personen/robert-wagner/">Robert Wagner</a> die Macht in Baden übernommen hatte, wurden etliche staatliche Stellen &#8211; auch in der Justiz &#8211; neu besetzt. Baden übernahm neben Bayern und Preußen eine Vorreiterrolle bei der Entlassung jüdischer Richter und Staatsanwälte im Deutschen Reichsgebiet. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme bekamen jüdische und „marxistische“ Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte schon bald Anfeindungen zu spüren. Häufig führte das Ersuchen an die jüdischen Richter, sich „auf eigenes Ansuchen“ beurlauben zu lassen, zu deren endgültigem Ausscheiden aus dem Staatsdienst. Die Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes betrafen nicht nur ranghohe Richter, sondern auch etliche Beamte am Oberlandesgericht Karlsruhe.</p>
<p>Am 05. April 1933 erließ Robert Wagner schließlich das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, das die Beurlaubung jüdischer Beamter in Baden gesetzlich festlegte. Das gleichnamige reichsweite Gesetz trat am 07. April 1933 in Kraft und unterschied sich kaum von Wagners Erlass. Allerdings konnten gemäß §3 Abs. 2 dieses Gesetzes Beamte „nicht arischer Abstammung“, die bereits vor dem 01. August 1914 im Dienst gewesen waren, nicht entlassen werden. Diese Ausnahmeregelung traf im Oberlandesgericht Karlsruhe auf immerhin drei der vier jüdischen Richter zu. Allerdings konnte man besagte „Altbeamten“ auf Positionen niedrigeren Ranges versetzen und sie so zu einem vermeintlich freiwilligen Austritt aus dem Staatsdienst zwingen. So auch im Falle des jüdischen Senatspräsidenten des ersten Senats, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/levis-dr-otto-seligmann/">Dr. Otto Seligmann Levis</a>, der im Zuge dieses Gesetzes „die Versetzung in den Ruhestand“ ersuchte. <sup id="cite_note-der_fuehrer-0" class="reference"><a href="#cite_note-der_fuehrer">[1]</a></sup> Am 07. April 1933 berichtete der Führer bereits, „die badische Rechtspflege [sei] gesäubert“. <sup id="cite_note-schiller1-0" class="reference"><a href="#cite_note-schiller1">[2]</a></sup></p>
<p>Durch Adolf Hitlers Erlass der Nürnberger Gesetze und das damit einhergehende Reichsbürgergesetz 1935, das die Frage der Behandlung von „Mischlingen“ klärte, wurden weitere Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe entlassen. Die nationalsozialistische „Säuberung der Justiz“ war damit im Wesentlichen abgeschlossen. Der intendierte Austausch der Beamtenschaft führte neben etlichen Entlassungen auch zu Neueinstellungen und Beförderungen. <a href="https://ns-in-ka.de/personen/caemmerer-dr-gerhard/">Dr. Gerhard Caemmerer</a> wurde beispielsweise im Jahr 1942 zum Oberlandesgerichtsrat befördert. Außerdem begann die kurze, erfolgreiche Karriere des Oberlandesgerichtspräsidenten <a href="https://ns-in-ka.de/personen/heinrich-reinle/">Heinrich Reinle</a> mit der nationalsozialistischen Herrschaft und endete mit deren Untergang.</p>
<p>Im Allgemeinen wurde das Justizministerium unterworfen und den Interessen des nationalsozialistischen Regimes angepasst, jegliche juristische Unabhängigkeit musste aufgegeben werden. Die Beteiligung jüdischer Parteien an Prozessen vor dem Oberlandesgericht sank mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten stark, da sich das Prozessrisiko durch nationalsozialistische Justizbeamte zu Lasten jüdischer Parteien verschoben hatte. <sup id="cite_note-schiller2-0" class="reference"><a href="#cite_note-schiller2">[3]</a></sup></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>KPD/ Wohnhaus Friedrich K. Dietz</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/kpd-wohnhaus-friedrich-k-dietz-kriemhildenstrasse-6/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 07:28:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde bundesweit nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten. Wie auch in anderen Städten Deutschlands, war die KPD in Karlsruhe daraufhin gezwungen ihre Aktivitäten in den Untergrund zu verlegen. Mindestens bis Mitte 1936 gelang es der KPD in Karlsruhe ein funktionierendes Kommunikationsnetzwerk aufrecht zu erhalten. Eine der zentralen Aufgaben blieb die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde bundesweit nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten. Wie auch in anderen Städten Deutschlands, war die KPD in Karlsruhe daraufhin gezwungen ihre Aktivitäten in den Untergrund zu verlegen. Mindestens bis Mitte 1936 gelang es der KPD in Karlsruhe ein funktionierendes Kommunikationsnetzwerk aufrecht zu erhalten. Eine der zentralen Aufgaben blieb die Verbreitung kommunistischer Schriften in der Stadt und Umgebung. Schriften aus dem Elsass und der Pfalz wurden beispielsweise im Holzgebälk unter der Albbrücke versteckt, von dort abgeholt und weiterverbreitet. In jedem Stadtteil war dann eine bestimmte Person für die weitere Verteilung zuständig. Wie gefährlich die Arbeit für die KPD war, zeig das Beispiel <a href="https://ns-in-ka.de/#!/orte/august-dosenbach-strasse/">August Dosenbachs</a>. Er war in der Grenzregion Knielingen-Maxau aufgestellt und für den Stadtteil Daxlanden zuständig. Laut Zeitungsberichten wurde er infolge einer polizeilichen Untersuchung in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 1933 „auf der Flucht erschossen“. In seinem Besitz sollen „eine größere Menge kommunistischer Flugschriften vorgefunden“ worden sein.</p>
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</div></p>
<p>Vermutlich wurde er jedoch von einem Verbindungsmann im Elsass gewarnt und soll keine illegalen Druckschriften bei sich gehabt haben. Anfangs besaß die KPD noch die Möglichkeiten, gefangengenommene oder getötete Genossen zu ersetzen um den Vertrieb der Schriften aufrecht zu erhalten. Allerdings wurden bis zum Frühjahr 1935 mindestens 68 Personen im Zusammenhang mit der Herstellung und Verbreitung der KPD Schriften festgenommen, so beispielsweise Gustav Kappler, Stadtverordneter der KPD von 1929-1933. Kappler wurde vom Oberlandesgericht Karlsruhe wegen „illegaler“ Widerstandstätigkeit für die KPD zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nachdem 1936 eine Untergrundgruppe in Durlach verhaftet worden war, verzeichnete die Gestapo nur noch geringe Aktivitäten der KPD. Erst nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion 1941, nahmen Tätigkeiten des kommunistischen Widerstandes, vor allem in Durlach, wieder zu. Nach dem Krieg knackte die KPD in den ersten Bundestagswahlen 1949 die 5 Fünf-Prozenthürde knapp und zog in das Parlament ein. Hier, in der Kriemhildenstraße 6 war <a href="https://ns-in-ka.de/personen/dietz-friedrich-karl-hans/">Friedrich K. Dietz</a> wohnhaft. Dietz leitete zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft die illegale Karlsruher KPD, sorgte für die Verteilung von Flugblättern und war nach Kriegsende Herausgeber kommunistische Zeitschriften wie dem „Hammer“ in Karlsruhe. Im Jahr 1956 wurde die KPD schließlich nach einem Parteiverbotsverfahren auf Antrag der Bundesregierung vom Bundesverfassungsgericht verboten.</p>
<p>Weitere Mitglieder der KPD während der nationalsozialistischen Herrschaft in Karlsruhe waren <a href="https://ns-in-ka.de/personen/schneider-otto/">Otto Schneider</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/ritz-gustav/">Gustav Ritz</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/bratzel-friedrich/">Friedrich Brazel</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/stauch-willi/">Willi Stauch</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/kaeser-wilhelm-dueringer-josef/">Wilhelm Käser und Josef Düringer</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Badisches Staatstheater</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/badisches-staatstheater-baumeisterstrasse-11/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 07:25:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kunst und Theater wurden früh durch das nationalsozialistische Regime als Propagandamittel instrumentalisiert. „Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ von 1933 forderte auch für Schauspieler den „Ariernachweis“ und führte zur Entlassung jüdischer Theaterangestellter. Des Weiteren wurde bereits am 1. Januar 1934 im „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ das Amt des „Reichsdramaturgen“ eingeführt. Die Aufgabe des „Reichsdramaturgen“ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kunst und Theater wurden früh durch das nationalsozialistische Regime als Propagandamittel instrumentalisiert. „Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ von 1933 forderte auch für Schauspieler den „Ariernachweis“ und führte zur Entlassung jüdischer Theaterangestellter. Des Weiteren wurde bereits am 1. Januar 1934 im „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ das Amt des „Reichsdramaturgen“ eingeführt. Die Aufgabe des „Reichsdramaturgen“ bestand darin, Spielpläne zu kontrollieren und die nationalsozialistische Ideologie durch das Theater zu fördern. Die neue Theaterpolitik enthielt zudem die Aufforderung junge deutsche Künstler in ihrer Arbeit zu unterstützen und das Theater zur „Kunsterziehung“ des Volkes zu nutzen. Theateraufführungen sollten allen Teilen der „Volksgemeinschaft“ zugänglich gemacht werden. Auch das Badische Staatstheater in Karlsruhe blieb von den bundesweiten Veränderungen nicht verschont. So bezeichnete der badische Kultusminister Dr. Otto Wacker „die Pflege der deutschen Kunst und des vaterländischen Sinnes“ als eine „heilige Pflicht“ des Karlsruher Theaters. Außerdem forderte er die Verwirklichung der Idee des „Volkstheaters“, welches erreichen sollte, dass eine „möglichst breite Volksschichten teilhaben“ konnte.</p>
<p>Als Folge führte das Badische Staatstheater Vergünstigungen für Theaterveranstaltungen ein. Unter anderem wurden Rückfahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel nach Ende der Vorführungen vergeben und sogenannte „Platzmieten“ eingeführt, die es Besuchern ermöglichten Preisnachlasse auf Tagespreise und eine Platzgarantie für 30 Vorstellungen zu erhalten. Des Weiteren wurden vor allem Beamte von ihren Vorgesetzten regelrecht genötigt Theateraufführungen zu besuchen.</p>
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                                    Das badische Staatstheater heute
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                            <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Badisches_Staatstheater_Karlsruhe#/media/File:Badisches_Staatstheater_Karlsruhe_IMGP2104.JPG" target="_blank">                Rainer Lück                </a>                        </div>
            </figcaption>
    </figure>
</div>
<p>Auch der Spielplan des Theaters änderte sich nach der Machtergreifung im Jahr 1933. Wurden 1930/31 noch Stücke wie „Die Jüdin“ von Jacques Fromental Halévy oder „Victoria und ihr Husar“ des jüdischen Komponisten Paul Abraham aufgeführt, verschwanden diese nach 1933 aus dem Spielplan des Theaters. Ersetzt wurden sie durch Stücke wie das Drama „Schlageter“ des nationalsozialistischen Dichters Hanns Johst, das 1933 in das Programm aufgenommen wurde. Zudem wurden Klassiker oft neu inszeniert, insbesondere mit Fokus auf nationalsozialistischen Werten.</p>
<p>Das Theater wurde 1944 während eines Luftangriffes auf Karlsruhe zerstört und erst 1975 am heutigen Standort wiedereröffnet. Heute befindet sich das Bundesverfassungsgericht am ursprünglichen Sitz des Theaters.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Helmholtzgymnasium</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/helmholtzgymnasium-kaiserallee-6-ehemals-englerstrasse-10/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 07:23:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das heutige Helmholtz Gymnasium entstand am 19. Oktober 1863 zunächst als Höhere Bürgerschule und wurde bereits kurz darauf in Realgymnasium und Höhere Bürgerschule unterteilt. Letztere wurde bald zu Realschule und Oberrealschule erweitert. Auf Grund mangelnder Räumlichkeiten zog die Helmholtzschule 1922 in das neue Friedrich-Schulhaus in der Kaiserallee 6, während das heutige Kant-Gymnasium in dem zuvor [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das heutige Helmholtz Gymnasium entstand am 19. Oktober 1863 zunächst als Höhere Bürgerschule und wurde bereits kurz darauf in Realgymnasium und Höhere Bürgerschule unterteilt. Letztere wurde bald zu Realschule und Oberrealschule erweitert. Auf Grund mangelnder Räumlichkeiten zog die Helmholtzschule 1922 in das neue Friedrich-Schulhaus in der Kaiserallee 6, während das heutige Kant-Gymnasium in dem zuvor geteilten Gebäude in der Englerstraße 10 verblieb. Das organisatorisch getrennte Realgymnasium wurde ebenfalls einer Teilung unterzogen, welche in der Gründung von Humboldt-und Goetheschule resultierte.</p>
<p><div class="figurewrapper size-medium wp-image-769 aligncenter">                    
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                &copy;
                                            Stadtarchiv Karlsruhe                                        </div>
            </figcaption>
    </figure>
</div></p>
<p>Der Kriegsausbruch schränkte den Unterricht am Helmholtz Gymnasium stark ein. 1939 war man gezwungen den Schulbeginn bis zur Fertigstellung des Luftschutzraumes zu verschieben, außerdem hatte die Schülerzahl unter anderem auf Grund der Evakuierung einiger Karlsruher Stadtteile stark nachgelassen. Weiter durften, wie auch an anderen Karlsruher Schulen, jüdische SchülerInnen die Schule bald nach Machtübernahme des nationalsozialistischen Regimes nicht mehr besuchen. Wegen mangelnder Verdunklungsmöglichkeiten mussten der Schulbetrieb nachmittags ausfallen, außerdem führten gemeinnützige Veranstaltungen, Treffen der Hitlerjugend sowie ein kriegsbedingter Lehrermangel zu weniger Wochenstunden. Im September 1944 wurde der Schulbetrieb am Helmholtz Gymnasium zunächst eingestellt, wobei eine wöchentlich zwei Mal stattfindende „schulische Betreuung“ eingeführt wurde. Im Dezember 1945 wurde der Unterricht schließlich wiederaufgenommen, allerdings eingeschränkt durch den Mangel an Materialien und Lehrkräften.</p>
<p>Heute ist das Helmholtz Gymnasium für seinen musischen Schwerpunkt bekannt und umfasst eine Schülerzahl von etwa 1100 SchülerInnen.</p>
<p>Im Personenregister sind die unter dem nationalsozialistischen Regime tätigen oder entlassenen ehemaligen Direktoren und Lehrkräfte des Helmoltz Gymnasiums <a href="https://ns-in-ka.de/personen/rinkler-richard/">Richard Rinkler</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/dinner-dr-hugo-eduard/">Dr. Hugo Eduard Dinner</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/eichler-august/">August Eichler</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/klein-hans/">Hans Klein</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/spreng-konrad/">Konrad Spreng</a> und <a href="https://ns-in-ka.de/personen/von-sallwuerk-edmund/">Edmund von Sallwürk</a> aufgeführt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erbgesundheitsgericht Karlsruhe</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/erbgesundheitsgericht-karlsruhe-bismarckstrasse-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Apr 2017 15:45:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit dem „Gesetz zur Verhütung ‚erbkranken‘ Nachwuchses“ am 14. Juli 1933 wurden Erbgesundheitsgerichte eingeführt, welche formal rechtsförmig agierten und über die Zwangssterilisation (angeblich) kranker Personen entschieden. Für die Beschlüsse zur Sterilisation von rund 400.000 Menschen sollten reichsweit knapp 1700 Erbgesundheitsgerichte entstehen. Im September 1934 lagen allein am Karlsruher Erbgesundheitsgericht 557 Anträge auf Sterilisierung vor. Als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem <a href="https://ns-in-ka.de/themen/verfolgung/euthanasie-und-rassenwahn/">„Gesetz zur Verhütung ‚erbkranken‘ Nachwuchses“</a> am 14. Juli 1933 wurden Erbgesundheitsgerichte eingeführt, welche formal rechtsförmig agierten und über die Zwangssterilisation (angeblich) kranker Personen entschieden. Für die Beschlüsse zur Sterilisation von rund 400.000 Menschen sollten reichsweit knapp 1700 Erbgesundheitsgerichte entstehen. Im September 1934 lagen allein am Karlsruher Erbgesundheitsgericht 557 Anträge auf Sterilisierung vor. Als „krank“ eingestuft wurden geistig und körperlich behinderte Menschen sowie psychisch Kranke („angeborener Schwachsinn“) und Alkoholabhängige. Den Antrag zur Sterilisation sollten Betroffene offiziell selbst stellen, dennoch wurde dieser zumeist von berechtigten Bezirksärzten und Anstaltsleitern oder Vormündern der Patienten gestellt. So wurden 456 der bis zum September 1934 in Karlsruhe gestellten Anträge nicht von den Betroffenen selbst eingereicht. Die Zwangssterilisation solch „Kranker“ wurde vom nationalsozialistischen Regime als eine „Tat der Nächstenliebe und Vorsorge für die kommende Generation“, um den „Volkskörper […] von kranken Organen oder Gliedern zu befreien“, propagiert. <sup id="cite_note-landesarchiv_bw-0" class="reference"><a href="#cite_note-landesarchiv_bw">[1]</a></sup></p>
<p>Eine Rechenaufgabe aus einem damals verwendeten Schulbuch verdeutlicht, wie das nationalsozialistische Regime „Erbkranke“ diskriminierte:<br />
„Ein Erbkranker kostet dem Reich durchschnittlich täglich 2 1/4 Reichsmark, ein Volksschüler wöchentlich 2 3/10 Mark, ein Mittelschüler monatlich 12 Mark. Wievielmal soviel Kosten verursacht der Erbkranke gegenüber dem Volksschüler? Gegenüber dem Mittelschüler?“ <sup id="cite_note-landesarchiv_bw2-0" class="reference"><a href="#cite_note-landesarchiv_bw2">[2]</a></sup></p>
<p>Bis Mai 1945 wurde in solchen Erbgesundheitsgerichten die Zwangssterilisation von etwa 350.000 Menschen beschlossen. Im Personenverzeichnis vermerkte Personen, die sich dem Erbgesundheitsgericht stellen mussten sind unter anderem <a href="https://ns-in-ka.de/personen/baetz-anna/">Anna Bätz</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/debach-albert/">Albert Debach</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/ebersoll-katharina/">Katharina Ebersoll </a>und <a href="https://ns-in-ka.de/personen/schifferdecker-alfred/">Alfred Schifferdecker</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bismarck Gymnasium Karlsruhe</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/bismarck-gymnasium-karlsruhe-bismarckstrasse-8/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Apr 2017 15:20:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Karlsruher Bismarck Gymnasium, neben dem Markgrafen Gymnasium das älteste humanistische Gymnasium in Karlsruhe, wurde 1586 unter Markgraf Ernst Friedrich im Durlacher Zentrum gegründet. Markgraf Karl Wilhelm verlegte das Gymnasium, das damals den Namen „Gymnasium Illustre“ trug, nach Karlsruhe. Das Durlacher Schulgebäude blieb bestehen und bildet den Ursprung des heutigen Markgrafen Gymnasiums. Nach mehreren räumlichen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Karlsruher Bismarck Gymnasium, neben dem Markgrafen Gymnasium das älteste humanistische Gymnasium in Karlsruhe, wurde 1586 unter Markgraf Ernst Friedrich im Durlacher Zentrum gegründet. Markgraf Karl Wilhelm verlegte das Gymnasium, das damals den Namen „Gymnasium Illustre“ trug, nach Karlsruhe. Das Durlacher Schulgebäude blieb bestehen und bildet den Ursprung des heutigen Markgrafen Gymnasiums. Nach mehreren räumlichen Wechseln innerhalb der Residenzstadt Karlsruhe zog das mittlerweile „Großherzogliche Gymnasium“ 1847 in die Bismarckstraße 8, wo es bis heute steht. Den Namen des Reichskanzlers Otto von Bismarck erhielt die Schule im Jahr 1938. Im Jahre 1935 nahm die zuvor reine Jungenschule erstmals auch Schülerinnen auf.</p>
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                                    Infotafel am Bismarck-Gymnasium
                                        <div class="image-creator">
                &copy;
                                            Jakob Wolfrum                                        </div>
            </figcaption>
    </figure>
</div>
<p>Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden am Bismarck Gymnasium neue Gedenktage- und feiern eingeführt, außerdem weihte man 1936 im Zuge der 350-Jahr Feier des Gymnasiums eine von <a href="https://ns-in-ka.de/personen/gustav-krupp-von-bohlen-und-halbach/">Dr. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach</a> gespendete Hitlerbüste ein. Ferner verwendete man nach der Besetzung Frankreichs wohl einen ganzen Flügel des Gebäudes für die Ausbildung elsässischer Lehrer im nationalsozialistischen Sinne. Mit Inkrafttreten des „Gesetzes gegen die Überfüllung der Schulen und Hochschulen“ 1933 war die jüdische Schülerzahl auch am „Großherzoglichen Gymnasium“ stark gesunken. Zudem schieden mit Inkrafttreten mehrere Gesetze, die einen Austausch der Beamtenschaft intendierten, etliche Lehrkräfte aus dem Schuldienst aus. Das Fach „Rassenkunde“ wurde am Bismarck Gymnasium noch früher als staatlich vorgesehen eingeführt. Während des Zweiten Weltkrieges änderte sich der Schulalltag drastisch. Etliche Schüler wurden zur Wehrmacht einberufen, jüdischen MitschülerInnen war die Teilnahme am Unterricht schon bald verboten und die Flucht in den Luftschutzkeller gehörte zum Schulalltag. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurden 1944 Ostflügel und Mittelbau sowie das Bibliotheksgebäude teilweise zerstört, im letzten Kriegsjahr 1945 war zunächst überhaupt kein Unterricht mehr möglich.</p>
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                                    Der Haupteingang des Bismarck-Gymnasiums heute
                                        <div class="image-creator">
                &copy;
                                            Jakob Wolfrum                                        </div>
            </figcaption>
    </figure>
</div>
<p>Im Personenregister sind die unter dem nationalsozialistischen Regime tätigen oder entlassenen ehemaligen Direktoren und Lehrkräfte des Bismarck Gymnasiums <a href="https://ns-in-ka.de/personen/zimmermann-hugo/">Hugo Zimmermann</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/schwarzstein-albert/">Albert Schwarzstein</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/brosmer-karl/">Karl Brosmer</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/reich-dr-erich/">Dr. Erich Reich</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/heidelberger-albin/">Albin Heidelberger</a>, <a href="https://ns-in-ka.de/personen/stephan-hermann/">Hermann Stephan</a>,<a href="https://ns-in-ka.de/personen/vivell-karl/"> Karl Vivell</a> und <a href="https://ns-in-ka.de/personen/etzel-rudolf/">Rudolph Etzel</a> sowie der ehemalige Schüler <a href="https://ns-in-ka.de/personen/gustav-krupp-von-bohlen-und-halbach/">Gustav Krupp von Bohlen und Halbach</a> mit eigenem Eintrag vermerkt. <sup id="cite_note-bismarck_gymnasium-0" class="reference"><a href="#cite_note-bismarck_gymnasium">[1]</a></sup></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Goethe-Gymnasium</title>
		<link>https://ns-in-ka.de/orte/station-goethe-gymnasium-renckstrasse-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Tiede]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Apr 2017 15:17:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Anschluss an den Ersten Weltkrieg wurde die 1908 erbaute Goetheschule, heute Goethe Gymnasium, zunächst von Dr. Karl Ott geleitet. Mit Hitlers Machtübernahme 1933 ging der langjährige Direktor, offiziell „bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit“, in den vorzeitigen Ruhestand und wurde durch Dr. Guido Oeß ersetzt. In den meisten Fällen bedeutete ein Ausschluss aus dem Schuldienst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschluss an den Ersten Weltkrieg wurde die 1908 erbaute Goetheschule, heute Goethe Gymnasium, zunächst von Dr. Karl Ott geleitet. Mit Hitlers Machtübernahme 1933 ging der langjährige Direktor, offiziell „bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit“, in den vorzeitigen Ruhestand und wurde durch Dr. Guido Oeß ersetzt. In den meisten Fällen bedeutete ein Ausschluss aus dem Schuldienst „bis zur Wiederherstellung der Gesundheit“ eine fristlose Entlassung, meist nicht aus gesundheitlichen sondern aus ideologischen Gründen.  Im Schuljahr 1932/33 zählte die Goetheschule vermutlich 27 SchülerInnen jüdischen Glaubens, während sieben Jahre später bereits kein einziger mehr dort zur Schule ging.</p>
<p><div class="figurewrapper size-medium wp-image-736 aligncenter">                    
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        </figure>
</div></p>
<p>Das Schicksal <a href="https://ns-in-ka.de/personen/bernays-ulrich/">Ulrich Bernays</a>, Lehrer an der Goetheschule, der 1933 erstmals entlassen wurde und 1935 entgültig die Schule verlassen musste, kann im Personenverzeichnis nachgelesen werden.</p>
<p>Viele jüdische Schüler der Goetheschule emigrierten im Laufe der nationalsozialistischen Herrschaft, wobei Probleme bei der Antragstellung des Reisepasses und deutlich verzögerte Wartezeiten bei den meisten dieser Schüler vermerkt sind. <sup id="cite_note-goethe_gymnasium_karlsruhe-0" class="reference"><a href="#cite_note-goethe_gymnasium_karlsruhe">[1]</a></sup></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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